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Harnkonkremente - Struvit - beim Hund

Dieses Thema im Forum "Infos zur Gesundheit Deines Hundes" wurde erstellt von Boxermaus, 18 Februar 2008.

  1. Boxermaus

    Boxermaus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18 Februar 2008
    Beiträge:
    88
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    Harnkonkremente – Struvit - beim Hund

    Harnsteinerkrankungen (Urolithiasis) Einleitung

    Allgemein
    Was sind Harnsteinerkrankungen?
    Hier ist die Rede von Harnkonkrementbildung (Kirstalle/Steine) in den ableitenden Harmwegen oder in den Nieren. Am häufigsten sollen sie in der Blase auftreten als in den Nieren.

    Harnsteine können
    - entzündliche Schleimhautreizungen (Hinweis: Oft ist die Urinfarbe verändert)
    - besonders beim Rüden, aufgrund der längeren Harnröhre, kann diese durch abgehende Steine, verstopft werden. (er versucht vergeblich Urin zu lassen, oder es tröpfelt nur, etc).

    Letztere Fälle, sind auf jeden Fall Notfälle und der Hund sollte sofort zum Tierarzt gebracht werden.


    I. Struvit
    Phosphat- oder Tripelphosphat // Kristalle oder Steine

    Allgemein
    Struvitkristalle /-steine sind die am häufigsten vorkommenden Harnkonkremente (Urolithiasis) beim Hund. Sie werden auch als „Infektsteine“ bezeichnet, weil unter anderem, die mit einer Harnwegsinfektion vorhandenen Bakterien, den Harn-pH alkalisch (basisch) machen und damit das „Fundament/die Basis“ für die Struvitkristalle /-steine gelegt wird.

    Im basischen (alkalisches) Milieu bilden sich anfänglich „nur“ Struvitkristalle, die sich recht schnell und leider oft unbemerkt beim Fortscheiten der Harnwegsinfektion, zu großen Struvitsteine ausbilden können.

    Ein (unnötiger) Teufelskreislauf mit unangenehmen Folgen!

    Dieser Kreislauf, wenn vorhanden, sollte so schnell wie möglich durchbrochen werden.

    Erster wichtiger Schritt
    Die Infektion mit Antibiotika (AB), gemäß tierärztlichen Anweisungen, behandeln/eliminieren, weil sich sonst sehr schnell Struvitsteine bilden können. Es können sich reine Struvitsteine oder Mischsteine (Calcium-Oxalat/Struvit, siehe Fortsetzung dieser Reihe über Harnwegskonkremente) bilden.

    Vereinzelt gibt es auch Struvitsteinbildung ohne Bakterienbeteiligung. Dispositionen sind bei folgenden Rassen bekannt: Zwergschnauzer, Shi Tzu, Bichon frisè.

    Langfristig falsches Futter kann zu Struvit führen, zum Beispiel:
    Ernährung mit zu viel Protein (Eiweiß), Magnesium, Phosphat.

    Die meisten akuten Harnwegsinfektionen verlaufen fatalerweise ohne auffälligen Allgemeinstörungen. Wenn sich diese Infektion länger ohne Behandlung hinzieht, können sich dann die anfangs harmlosen Kristalle zu Steinen ausbilden.

    Oft werden diese „leisen“ Krankheiten leider nur zufällig entdeckt, zum Beispiel, wenn eine Röntgen oder Ultraschall wegen einer anderen Angelegenheit erfolgt.
    In der Regel findet der Besitzer den Weg zum Tierarzt, wenn sich Allgemeinstörungen beim Hund einstellen, was ein Hinweis auf ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung sein kann. Soweit muss es nicht kommen!

    Hinweise auf eine Harnwegsinfektion können sein
    1. Auf dem Hundeschlafplatz findet man Urinflecken
    2. Man bemerkt ein Tröpfeln, wenn der Hund schläft/geht
    3. Oft zeigt der Hund ein vermehrtes Lecken an/im Bereich der Geschlechtsteile

    4. Leichte bis massive Harnabsatzschwierigkeiten
    5. Vermehrter Harnabsatz
    6. Auffälliger andere Geruch/Farbe des Urins
    7. Schmerzanzeichen

    Ein kleiner Trost
    Der Sturvit ist noch der einfachste unter den Harnkonkrementen, den man relativ leicht wieder los werden kann.


    Struvitsteinauflösung
    Mit einer konsequenten AB-Behandlung, gemäß Tierarzt und einer „sauren“ bedarfsgerechten Diät-Fütterung.


    Meine Erfahrungen
    Die frische – bedarfsgerechte ! - Fütterung hat sich auch hier, sehr gut bewährt und ist letztlich, langfristig die einfachste und gesündeste Art den Hund und besonders den kranken Hund zu ernähren.
    Mit einer bedarfsgerechten frischen Ernährung des Hundes, ist dem Hund schneller und gesünder geholfen als normalerweise mit Industriefutter.


    Dauer der oben genannten Behandlung bei Steinen
    Ca. 2- 28 Wochen (durchschnittlich ca. 12 Wochen)
    Die „ansäuernde“ Diät soll auf jeden Fall noch ca. 2-3 Wochen nach dem Auflösen der Steine fortgeführt werden. AB-Behandlung mit Tierarzt absprechen.


    Prophylaxe nach der Steinauflösung
    - Es sollte auf jeden Fall mehrmals in der Woche zu verschiedenen Zeiten der Urin selbst kontrolliert werden (Teststreifen)
    - Alle 2-4-6-8 Wochen, je nach Umstände/Erkrankung, sollte der Urin im regelmäßigen Abständen durch ein TA/Labor komplett untersucht werden (mit Tierarzt absprechen).
    - Der Urin-pH-Wert sollte in dem „normalen“ Bereich gehalten werden.
    - u.U., wenn nicht schon erfolgt, auf Frischfütterung umstellen.


    Bitte beachten
    Eine zu starke und ständige/langfristige Ansäuerung kann sehr schnell in die Gegenrichtungen gehen, das heißt, es können sich dann schnell Calcium-Oxalatsteine bilden, die sind dann nicht mehr „so einfach“ aufzulösen sind.
    Aus diesem Grund ist über einige Wochen/Monate die regelmäßige pH-Urinkontrolle (selbst und Labor) unbedingt notwendig, einfach als notwendiger Parameter wohin „die Reise“ geht.

    Akute Erste Hilfe Maßnahmen
    Die tägliche Trinkmenge (wenn Hund ansonsten organisch gesund ist) erhöhen und damit eine Durchspülung verursachen. Gegen Abend sollte dies jedoch nicht gemacht werden, da die Nachtruhe von Mensch und Tier erheblich gestört wird. Bitte beachten und dafür sorgen, dass der Hund in dieser Zeit vermehrt zum Pinkeln gehen muss.

    Wie kann man die Trinkmenge erhöhen?
    Grundsätzlich egal wie, Hauptsache der Hund trinkt mehr.

    Zum Beispiel:
    - Frische Fleischbrühe kochen und abgekühlt nach dem Fressen zu trinken geben.
    - Die Fleischbrühe auf Vorrat kochen, portionsweise abfüllen und in die Tiefkühltruhe, je nach Bedarf für den jeweiligenTag entnehmen.
    - Wasser mit einem Schuss Milch(wenn diese vertragen wird)und/oder einen kleinen Schuß hochwertiges Pflanzenöl
    - Verdünnter, abgekühlter Nieren-Blasen-Tee aus der Apo mit etwas Honig/Öl/Milch

    Vorbeugend/Vorsorge
    Der einfachste und sicherste Weg für eine Vorbeugung/Vorsorge ist noch immer eine regelmäßige komplette Urinkontrolle beim TA/Labor. Ca. alle 3-6 Monate, je nach Disposition.

    Wann wurde bei deinem Hund das letzte Mal der Urin komplett untersucht?

    ______________________

    Exkurs:
    Urin-pH-Werte beim Hund


    Bei gesunden Hunden liegt der Referenzbereich im Bereich von 5,0 – 8,5

    Grundsätzlich kann jeder Urin-pH-Wert normal sein, je nach dem Individuum Hund/Organismus, sowie begleitende Umstände, wie Erkrankungen, Fütterung, Medikamente, etc. Der Urin-pH-Wert ist grundsätzlich nie konstant. Er „schwankt“ normalerweise mit den täglichen, jeweiligen Umständen und dies kann sich auch bei der Messung vom Urin-pH-Wert zeigen.

    Beispiel für „normale“ Werte, beim gesunden Hund:
    Morgens nüchtern:
    Meist eher sauer, bzw. im mittleren Bereich (5,0 bis 6,5).
    3 -4 Stunden nach der Fütterung:
    Eher im basischen Bereich (6,5 bis 8,5).
    Der Urin-pH-Wert ist lediglich ein recht grober Parameter für das Säure-Basen-Gleichgewicht.
    Die im Handel angebotenen Teststreifen (Indikatorpapier Uralyt-U madaus pH 5,6-8,0) haben immer einen Schwankungsbereich plus/minus 1.

    Grundsätzlich gilt (auch für den Urin zur Laboruntersuchung)
    Urin altert. Je nachdem, ob der Urin sofort untersucht wird, oder zwischengelagert, richtig oder falsch gelagert wird, etc., können dies alles Ursachen für vom Referenzbereich abweichende Testergebnisse sein.
    Erst nach vorliegen von konstant alkalischen (u.U. = Struvit) Urin, sollte man an eine komplette Harnuntersuchung mit Urinkultur denken. Ein konstant zu saurer Urin, sollte ebenfalls nicht unbeachtet bleiben.

    Grundsätzlich wird ein guter Tierarzt ausführlich beraten und auch hinsichtlich Ernährung nicht nur auf sein industrielles Diätetik-Fertigfutter bestehen, wenn der Halter seinen Hund mit Frischfutter versorgt. Dies sollte immer in einem ausführlichen Gespräch abgeklärt werden.
    ________________________

    _______
    Hinweise:
    Diese Ausführungen sind keine abschließenden Ausführungen.
    Diese Ausführungen stellen keine ärztliche Beratung dar.
    Diese Ausführungen dienen nicht als Ersatz für einen Besuch beim Tierarzt.
    Diese Ausführungen sollen nicht zur Selbstdiagnose/-behandlung ohne tierärztlichen Rat verleiten.
    Für inhaltliche Fehler oder Ausführungen wird keine Haftung übernommen.



    Quellen
    Suter, Peter F. / Kohn, Barbara: Praktikum der Hundeklinik - Begründet von Hans G. Niemand, Paray 10. Auflage 2006
    Meyer, Helmut / Zentek, Jürgen: Ernährung des Hundes, Grundlagen-Fütterung- Diätetik, Paray 5. Auflage 2005
    Willard, Michael D / Tvedten, Harold (Hsg): Labordiagnostik in der Kleintierpraxis, Urban Fischer 1. Auflage 2006


    Info und bildlich dargestellt die Struvit = Sargdeckel u.a.
    :!: ...
    Tierklinik.de = Vet im Netz

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    Copyright © Gertrud (Boxermaus)
    Februar 2008

     
  2. Marie

    Marie Sehr aktives Mitglied

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    10.151
    AW: Harnkonkremente - Struvit - beim Hund

    Spitze Gertrud, vielen Dank! [​IMG]

    Das mit dem Urin-ph-Wert und dem Indikatorpapier habe ich in diesem Zusammenhang schon öfter gelesen. Ist da eigentlich auch entscheidend - wie soll ich das bloß ausdrücken :D - welchen *Strahl* man nimmt? Kenn beim Menschen das mit dem *Mittelstrahl*. Ist das bei Hundsi auch so?

    Grüssli Marie
     
  3. Boxermaus

    Boxermaus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18 Februar 2008
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    88
    AW: Harnkonkremente - Struvit - beim Hund

    Hi Marie,

    tut mir leid mit der verpäteten Antwort ;)

    Mein NierenTA sagt, es soll der Mittelstrahl sein ... :dontknow:
     
  4. Boxermaus

    Boxermaus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18 Februar 2008
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    88
    AW: Harnkonkremente - Struvit - Allgemein und Diäthinweise - beim Hund

    Struvit-Diät

    Ernährungsempfehlungen bei frisch gefütterten Hunden mit Struvit

    Allgemein
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Hunde, die annähernd bedarfsgerecht und individuell, frisch gefüttert werden, weniger an Sturivt aufgrund einer „falschen“ Ernährung erkranken als Hunde, die mit einem pauschalen Industriefutter (was für zig tausende Hunde gut sein soll) ernährt werden.

    Bereits erkrankte "Struvit-Hunde" können den Struvit mit der Umstellung auf frische Ernährung schneller auf natürlicher Art auflösen, als Hunde, die mit Fertigfutter gefüttert werden.

    Mit frischen Lebensmitteln, kann man, zum Beispiel, die bei Struvit notwendige Ansäuerung des Futters, mit natürlichen Lebensmitteln, wie saures Obst (besonders Beeren) fördern und basische Lebensmittel (wie zum Beispiel Gemüse, etc.) dann eben so gering wie möglich/notwendig füttern.

    Diätfertigefutter ist ein Produkt für eine Vielzahl von verschiedenen Hunden in verschiedenen Krankheitsstadien. Gerade ein kranker Hund ist aber ein besonderer Hund in seiner Erkrankung noch individueller als im gesunden Zustand.

    In Zeiten der Erkrankung des Hundes, zeigt es sich, wie flexibel und lernfähig der Halter, hinischtlich der frischen Hundefütterung ist. Erst diese Fähigkeit, sich entsprechendes spezielles Wissen, um und für seinen Hund zu suchen und umzusetzen, zeichnet, meine Meinung, einen guten, verantwortungsvollen Frischfütterer aus.

    Und dieses Wissen, möchte ich hier, kurz und ansatzweise allgemein und für „struvitgeplagte“ Hunde aufzeigen. Für Hunde, die bereits frisch gefüttert werden oder aufgrund der Struvitgeschichte nun auf frisches Futter umgestellt werden sollen.



    Es gelten folgende wissensschafltiche Empfehlungen bei Hunden, die an Struvit erkrankt sind:
    Die Versorgung mit Phosphor, Magnesium und Protein (Eiweiß)ist zu überprüfen.

    Phosphor (P)
    Die Gefahr einer Überversorgung mit Phosphor ist normalerweise in einer artgerechten, ausgewogenen Frischfütterung kein Thema, wenn rohe fleischige Knochen (rfK), als mengenmäßig größter Phosphorlieferant in der frischen Ernährung, in bedarfsgerechten Mengen verfüttert werden.

    RfK = Rohe fleischige Knochen, haben einen extrem hohen Anteil an Phosphor. Das heißt, eine Verfütterung von unnötig hohen Menge an rfK im Verhältnis Hund/ Futtermenge/Proteinmenge insgesamt, sollte meine Meinung, vermieden werden. Hier, wie grundsätzlich, sollte annähernd bedarfsgerecht gefüttert werden. Auch wenn gerade die rfK von unseren Hunden so geliebt werden und es für uns als Halter eine Freude ist, die Lust am Fressen/Nagen/Zerkauen beim Hund zu beoachten und es zudem noch ein herrlicher Kauspaß von großem Wert (Zahnreinigung, natürliches Kaubedürfnis befriedigen, etc.) für den Hund darstellt. Das richtige Maß ist immer das Ziel.

    Mein Rat beim Zufuhr von Phosphor in "Struvit-Zeiten"
    Bis zur Auflösung dieser Harnkonkremente und für ca. 2-4 Wochen (oder länger, je nach Erkrankung) danach keine rfK füttern.

    Bei Dispositionen zu Struvit, unter Umständen, auf rfK ganz verzichten. Das muss und soll individuell vorsichtig ausprobiert werden.

    Zur Deckung des Calciumbedarfs, in dieser Zeit der Auflösung des Stuvits, auf genau ermittelte Mengen (max. 50 mg Calcium /kg KM/Tag)an gemahlene Eierschale oder Calciumcitrat zu achten und zufüttern. Es kann, je nach Umstände, sogar sinnvoll sein, eine kurze Zeit ganz auf Calciumzusatz zu verzichten, da dies basisch wirken.

    Bei Struvit ist eine Ansäuerung erwünscht (siehe bitte Ausführungen unter Gesundheit). Sobald die Erkrankung ausgeheilt ist, sollte eine soweit wie möglich bedarfsgerechte Menge an rfK für den jeweiligen Hund ermittelt werden, eventuell eher weniger und den weiteren Ca.-Bedarf, wie oben erwähnt, mit Calciumzusätzen abdecken.

    Alle anderen Futtermittel (hinsichtlich Phosphor), wie Fleisch, Innereien, etc., wenn in bedarfsgerechten Mengen gefüttert, sind für den Hund mit Struvit, meine Meinung, normal und unbedenklich und bis zum gewissen Mindestbedarf erwünscht und notwendig. Denn ganz ohne Phosphor geht es in dem hoch komplexen System = Oranismus auch nicht. Diese letztgenannten Lebensmittel müssen in einer frischen Struvit-Diätetik-Fütterung, hinischtlich Phosphor, nicht besonders beachtet/berechnet werden.

    Magnesium (Mg)
    In der bedarfsgerechten Frischfütterung, ohne zusätzliche „künstliche“ Mineralstoffmischungen, ist hinsichtlich Magnesium eine Übermineralisierung auszuschließen und ist normalerweise kein Thema, welches besonders beachtet werden müßte. Je nach Grad der Erkrankung könnte, u.U. zusätzlich magnesiumreiche Lebensmittel eingeschränkt werden. Mg ist wie P jedoch in normalen Mengen notwendig und lebensnotwendig.

    Anders beim Industriefutter
    Hier sollte, bis zur Auflösung des Struvits, auf jeden Fall ein Diätetik-Fertigfutter gewählt werden. Später muss man dann ein geeignetes Fertigfutter gefunden werden, was sehr schwer sein wird. Bei Fertigfutter muss ich mich mit den Inhaltsangaben auf der Packung herumschlagen und mit anderen Fertigfuttersorten, hinischtlich Bedarf und Deckung von Phosphor, Magnesium, Protein vergleichen. Die Inhaltstoffe sind außer das sie künstlich sind, meist noch, aus Sicherheitsgründen/Produkthaftung(?), in relativ großen Mengen zugefügt, was oft unnötig und für einzelne Hunde fatale gesundheitliche Auswirkungen haben kann.

    Protein (Eiweiß)
    Hier kann es beim "unwissenden/unerfahrenen" Frischfütterer/Barfer wieder etwas schwieriger werden, wenn notwendiges Wissen nicht ausreichend vorhanden ist, die Proteinmenge einigermaßen bedarfsgerecht zu ermitteln.

    Die grobe Richtung hinsichtlich bedarfsgerechte Proteinmenge des individuellen Hundes sollte, meine Meinung, nicht erst bei einer Erkrankung ermittelt werden (gemeint ist nicht die allgemein bekannte Prozentrechnung (% vom KM), die ungenau sein, bzw. werden kann), sondern eher eine Ermittlung etwas mehr "wissenschaftlicher" Ausrichtung, aber immer in Hinblick auf den individuellen Hund in seiner induviduellen Umgebung und den individuellen Umständen.

    Gerade die annähernd bedarfsgerechte Ermittlung der Proteinmenge, als Hauptbestandteil des Futters eines Hunde, sollte besondere Beachtung finden und ist die Basis einer langfristigen gesunden Hundeernährung.
    Denn auch bei dem so heiß geliebten Protein, kann man den Hund damit langfristig auch überversorgen und damit einseitig füttern.

    Pauschale Fütterungsempfehlungen, gemäß Vorfahr Wolf etc. und besonders hinsichtlich Fütterungen von extremen Proteinmengen, können sich langfristig beim Hund grundsätzlich gesundheitlich negativ auswirken. Auch wenn der Hund ein Beutetierfresser ist, heißt das noch lange nicht, dass er unbedachte Mengen an Protein braucht. Protein ist zwar der wichtigeste Baustein in der Hundeernährung, jedoch nicht der einzige.

    Pauschale Fütterungsempfehlungen langfristig, im Vertrauen blind zu folgen, ohne Wissenerweiterungen hinischtlich der Ernährung des Hundes, kann, meine Meinung, gefährlich, hinischtlich der Gesundheit des Hundes sein. Ich bin der Meinung, langfristig gehört etwas Wissen rund um die Ernährung/Gesundheit des Hundes dazu, um hierauf aufbauend, ein gesundes Gefühl der artgerechten Hundefütterung zu entwickeln.

    Diese natürliche Gefühl den Hund frisch zu ernähren, ist leider bedingt durch Industriefutter und dessen suggerierenden Werbung, man könnte das selbst nie so gut, bei vielen abhanden gekommen. Ganz klar, die Bequemlichkeit des Menschens (Tüte/Dose auf und fertig ist die Ernährung des Hundes) spielt ebefalls eine große Rolle, wie empfänglich man für solche Werbung der Industrie ist.

    Die Generationen, die es vom Gefühl schon immer wussten, wie einfach man einen Hund ernähren kann, ist leider am aussterben, es geht dadurch natürliches Wissen verloren. Von daher ist es angesagt diesbezüglich die Wissens(Gefühls)lücken zu schließen und sich Gedanken um und über unsere Hund und dessen Ernährung zu machen.
    Die Frischfütterung ist einfacher, als man glaubt, die Erfolge,egal welcher Art, umwerfend.

    Jede einseitige Fütterung ob Mengen an Protein oder sonstige einseitigen Fütterungspraktiken sind langfristig NIE eine ausgewogen, artgerechte, gesunde Hundeernährung.


    Copyright © Gertrud (Boxermaus)
    Februar 2008





    Fortsetzung unten
     
  5. Boxermaus

    Boxermaus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18 Februar 2008
    Beiträge:
    88
    AW: Harnkonkremente - Struvit - beim Hund

    Fortsetzung



    Tägliche Trinkmenge erhöhen
    Grundsätzlich sollten bei Harnsteinen die Trinkmenge des Hundes erhöht werden.

    Wer Trockenfutter füttern muss, sollte dieses auf jeden Fall, vor der Fütterung mit etwas lauwarmen Wasser einweichen. Verhältniss: 3 Teile Wasser zu 1 Teil Trockenfutter, WENN ein deutliche Erhöhung des Harnvolumens erreicht werden soll. Fraglich ist, ob der Hund dies dann frißt.

    Bei frisch gefütterten Hunden, bedingt durch die ohnehin frischen Lebensmittel, ist hierdurch eine natürliche Feuchtigkeitszufuhr gegeben. Aber je nach Hund/Erkrankung etc. reicht diese unter Umständen nicht aus, um den Harnweg zu durchspülen, bzw. den Harn im "Fluss" in "Bewegung" zu halten, die Nierenfunktion anzuregen.

    In diesem Fall, würde ich das frische Futter, nicht noch mit Wasser auffüllen, um so, dass Frischfutter zu einer etwas wässerigen Pampe werden zu lassen, sondern erst ganz normal das frische Futter geben, also wie gehabt füttern und anschließend eine weitere kleine gut schmeckende Trinkmenge, je nach Hund/Umstände/Erkrankungen, anbieten.


    Beispiele, um die Trinkmenge abwechslungsreich zu gestalten:
    Selbstgemachte Fleischbrühe
    Es eignet sich jedes Fleisch, wie Rind, Geflügel, etc.
    Ich würde auf jeden Fall, das nehmen, was dem jeweiligen Hund am besten schmeckt oder eben ein Wechsel.
    Wasser mit
    - etwas hochwertiges Pflanzenöl oder
    - etwas zerlassene Butter oder
    - etws Sahne oder
    - etwas Honig oder
    - Milch, je nach Verträglichkeit, bei Nieren/Leberhunde nicht das schlechteste


    _______

    Exkurs
    Mineralstoffe/Vitamine
    Der Bedarf des Hundes an Mineralstoffen und Vitaminen, ist im Vergleich zum Bedarf eines erwachsenen Menschen, recht hoch. Oft doppelt bis dreifach so hoch.

    Bedarf an Phosphor (laut wissenschaftlichen Meinungen)
    Gesunde Hunde 60mg P/kg KM /Tag
    Nierenkranke Hunde max. 45mgP/kg KM/Tag

    Bedarfswerte des Hundes /Werte aus Lebensmitteltabellten
    Wenn sich jemand die Arbeit machen will, es schadet auf keinen Fall, sich weiter mit diesem Thema (Inhaltsstoffe in Lebensmittel/Lebensmitteltabellen) zu beschäftigen. Grundsätzlich sollte jedoch bedacht werden, dass Lebensmitteltabellen immer nur annähernde Werte enthalten. Zum Beispiel: Kein Stück Rindfleisch ist gleich einem anderen Stück Rindfleisch. Frische Lebensmittel unterliegt verschiedenen „äußeren“ Einflüssen, wie Fütterungsart des Schlachttieres, Lagerung, etc.

    Bei dem wissenschaftlichen Bedarf des Hundes an Mineralstoffen/Vitaminen, sollte man nicht dem Irrtum unterliegen, diese 1 : 1 und wohlmöglich Tag für Tag umsetzen zu wollen/müssen, um so „wissenschaftlich bedarfsgerecht“ zu füttern. Das wäre genauso falsch, wie es die Industrie es uns vorgaukelt. Denn so funktioniert keine natürliche, artgerechte, ausgewogene, gesunde Ernährung des Hundes.

    Im Normalfall (bei gesunden Hunden/bedarfsgerechter Frischfütterung) bedarf es keine künstlichen Mineralstoff-/Vitaminzusätzen. Weder richtet sich eine gesunde Ernährung nach Tabellen noch nach Bedarfszahlen, aber sie sind nützliche Helfer und dienen uns Frischfütterer dazu, sich mit der artgerechten/bedarfsgerechten Ernährung auseinander zu setzen, sich eigene Gedanken zu machen und Wege für den individuellen Hunde hinsichtlich einer individuellen den Umständen entsprechenden Ernährung zu finden.

    Die wissenschaftlichen Bedarfswerte, sind für mich Richtwerte, Faustzahlen die nicht 1:1 und/oder gar täglich umgesetzt werden sollten.

    _____



    Meine Meinung:
    Es gibt, wie für den Menschen als auch für den Hund, nichts besseres, individuelleres und damit gesünderes, als frische, natürliche und artgerechte Nahrungsmittel. Dies ist unstreitbar, die Basis für ein geundes Leben. Kein künstliches Industrieprodukt, kann lebensnotwendige, frsiche, gesunde Lebensmitteln, von hoher Qualität, dauerhaft, ohne gesundheitlich Nachteile, ersetzen.





    ______

    Quellen
    Suter, Peter F. / Kohn, Barbara: Praktikum der Hundeklinik - Begründet von Hans G. Niemand, Paray 10. Auflage 2006
    Meyer, Helmut / Zentek, Jürgen: Ernährung des Hundes, Grundlagen-Fütterung- Diätetik, Paray 5. Auflage 2005



    Hinweise:
    Diese Ausführungen sind keine abschließenden Ausführungen
    Diese Ausführungen stellen keine ärztliche Beratung dar
    Diese Ausführungen dienen nicht als Ersatz für einen Besuch beim Tierarzt
    Diese Ausführungen sollen nicht zur Selbstdiagnose/-behandlung ohne tierärztlichen Rat verleiten
    Für inhaltliche Fehler oder Ausführungen wird keine Haftung übernommen


    Copyright © Gertrud (Boxermaus)
    Februar 2008
     

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