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Warum?

Dawn1

Mitglied
Registriert
1 Dezember 2003
Beiträge
13
Ort
Niedersachsen
Meine Tochter bat mich, ihre beiden Katzen über Sylvester 2000 zu nehmen, damit sie sich nicht zu Tode ängstigen.
Damit fing es an.
Ich hatte meinen alten Püni, der der Platzhirsch war und es als ausgemachte Sauerei betrachtete, dass ich ihm einen jungen Spund und seine dicke, dumme Schwester vor die Nase setzte.
Es gab Grabenkämpfe und Stellungsschlachten. Man spionierte sich gegenseitig aus und überfiel die Stellungen. Doch mit der Zeit arrangierte man sich, schloss Waffenstillstand und ging sich im allgemeinen aus dem Weg.
Sui, der junge Kater war ein intelligenter und humorvoller Hübschling. Graugetigert, schlank und zierlich. Er war sehr gesprächig und folgte mir, wie ein Hund. Er begleitete mich zur Tür und lag dort 10 Stunden, bis ich wieder da war. Er legte beim Schmusen immer seine Pfote auf meinen Arm und schaute mich mit seinen grünen, schrägen Augen an. Wenn ich ihn was fragte, antwortete er. Hatte er was angestellt, was öfter vorkam, bekam er Schimpfe. Dann lief er zu seiner Schwester Kuga und ließ sich von ihr trösten.
Sie leckte ihn dann und nahm ihn in den Arm.
Wenn ihn der Übermut prickte, bekam er von Kuga auch mal eine Ohrfeige, dann kam er gleich wieder angeschlichen und bat um Verzeihung. Saß ich Nachts zu lange am PC, nervte er solange, bis ich ins Bett ging, erst dann konnte auch er schlafen.
Das Leben mit den Dreien war bunt und lustig, machmal auch nervig, fielen doch immer wieder Blumentöpfe runter oder Bilder von der Wand, weil Sui es toll fand, die Bilder zum schwingen zu bringen.
Am 14.06.2003 wurde Sui eingeschläfert, weil er totales Nierenversagen hatte.
Nachdem wir einige Tage versucht hatten, die Nieren wieder in Gang zu bringen, hatte er solche Schmerzen, dass es keinen Sinn mehr machte, ihn noch länger leiden zu lassen. Die Entscheidung war nicht in Frage zu stellen, aber ich konnte nicht bei ihm sein, in seiner letzten Stunde. Das tut mir heute noch weh.
Suis Tod war für mich so schrecklich. Ich war untröstlich und habe wochenlang geweint und ihn immer wieder gehört oder gesehen, dachte ich.
Doch für Kuga war es eine Katastrophe. Sie hatte plötzlich keinen Bruder mehr, den sie betüddeln konnte, der bei ihr schlief, den sie lecken konnte, den sie in den Arm nehmen konnte. Sie lief wochenlang durch die Wohnung und suchte. Sie trieb mich von Zimmer zu Zimmer, damit ich ihr zeige, wo er ist. Sie rief, sie weinte, verfiel in Depression, aß nichts, sagte nichts. Sie litt furchtbar und tat mir so leid.
Püni war einerseits froh, von diesem jungen Schnösel befreit zu sein, andererseits tat ihm Kuga leid.
Kuga fügte sich in ihr Schicksal. Es stellte sich heraus, dass sie garnicht so dumm war. Sie war immer an meiner Seite, schlief neben mir, schmuste wie von Sinnen, redete viel, kümmerte sich um mich.
Heute, 14.06.2004 wurde sie neben ihrem Bruder beerdigt.
Sie brauchte ein Jahr, dann konnte sie ihm folgen. Ihr Leberkrebs wurde im Endstadium entdeckt. Sie bekam Tumore am Hals und im Maul. Sie wurde blind und taub, fraß und trank nichts mehr. Aber sie spürte, wenn ich da war. Dann kam sie aus ihrem Versteck und ich habe sie gestreichelt und vom Katzenparadies erzählt, wo Sui auf sie wartet. Sie konnte schon lange nicht mehr schnurren oder maunzen. Sie war völlig verstummt und unbeweglich.
Ich wußte, dass sie zu Sui wollte, aber dass sie es terminlich so gut hinbekam war schon bemerkenswert. Ich wollte ihr ihren Lebensweg nicht verkürzen, wollte ihr die Entscheidung überlassen, aber ihr Leiden war nicht mehr zu ertragen. Als ich ihr dann sagte, dass der Tag gekommen sei, schmiegte sie sich nochmal ganz eng an mich und ich durfte ihren Bauch streicheln, was sie immer so gern mochte. Dann fuhren wir los.
Beim Tierarzt streichelte ich sie in ihrem Transporter. Sie wendete mir den Kopf zu und maunzte mich ganz leise an. So hat sie sich von mir verabschiedet.
Ihr Tod dauerte 30 min, weil sie so voller Wasser war und das Mittel verdünnt wurde. Als sie schon im Koma lag, bekam sie eine Injektion in die Vene und war in 3 sek. tot. Das war so endgültig.
Ich hatte Kuga 2 Tage bei mir, konnte noch mit ihr sprechen und sie streicheln und heute, am 1.Todestag ihres Bruders, wurde sie begraben.

Ich fühle mich so leer, verlassen.
Püni ist ebenfalls traurig, hatte er Kuga doch gern gemocht und immer mit ihr gegessen. Nun muss ich wieder bei ihm bleiben, er hasste schon immer allein zu essen.
Er sitzt bei mir und drömmelt so vor sich hin. Beobachtet mich. Stehe ich auf, läuft er gleich hinterher.

Wenn Püni geht, es graut mir schon davor.
Dann kommt mir kein Tier mehr ins Haus. Nie wieder will ich dies erleben.

Gruß
Dawn
 
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Dawn,

es tut mir sooo leid! es ist sooo schrecklich sowas mitzumachen!
Ich sitz da mit Tränen in den Augen!
Ich kann dich gut verstehn!
Wenn Tiere sterben steht man da, hilflos, wütend und zutiefst traurig.
Man kann nichts tun, man kann nur zusehn wie der Liebling über die Regenbogenbrücke geht. Und man hofft das es dort besser hat wo es jetzt ist.
Ich hoffe das der Schmerz bald nachlässt und du dich wieder mit freude an die lustigen und schönen Erlebnisse mit Kuga denken kannst!

*virtuelldichumarme*

Liebe Grüsse
Margit
:blume1:
 
Danke

Mag und Walter.
Nun ist schon eine Woche vergangen und Püni und ich vermissen Kuga so sehr.

Aber ich habe von allen Katzenfreunden und Kollegen soviel Anteilnahme bekommen. Das tut gut.

Mit der Zeit wird der Schmerz weniger, aber vergehen wird er nie.

Viele Grüße
Dawn
 
Servus Dawn,,

das mit deinen beiden Katzen tut mir von Herzen leid. Keine tröstenden Worte können dir deine Freunde wiederbringen aber sie lassen dich wissen, daß du in dieser schlimmen Situation nicht alleine bist. Laß dich mal gaaaaaaaanz fest knuddeln :umarm: , kopf hoch.

Der beste Trost sollte dir sein, daß du weder Sui´s noch Kuga´s Leiden aus falscher Tierliebe unnötig verlängert hast. Die beiden haben dir mit all ihrer Liebe viele schöne Stunden geschenkt.

Verbringe deine Zeit nicht mit Wehmut sondern mit Freude darüber, daß sie einen Teil deines Weges mit dir gegangen sind. Und freu dich mit ihnen, daß sie nun im Regenbogenland wieder zusammen sind. Ohne Schmerzen können sie gemeinsam toben und kuscheln. Das ist doch das Schönste für die zwei.

Wünsch dir viel Kraft für die nächste Zeit. LG Aisha


PS: Ist dir das mit einem Pferd auch passiert? Bin nicht recht schlau daraus geworden.
 
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Schon wieder

Habt Ihr meinen ersten Beitrag gelesen?
Der war vom 14.06.04 und am 30. 10.04 ist mein Püni auch noch gegangen.

Püni war mindestens 18 Jahre alt, hat 16 Jahre bei mir gelebt. Er war erst allein, dann kurz mit Sui und Kuga zusammen, dann noch 4 Monate allein, dann musste er gehen.
Er hatte entzündetes Zahnfleisch, meinte die Tierärztin. Ok, ich fütterte ihn mit Antibiotika, weichte seine Brekkis ein und kaufte nur noch weiches Dosenfutter. Aber Püni wurde immer mäkeliger und aß kaum noch. Dann schlief er tagelang und kam nur noch abends raus zum schmusen, aber schnurren tat er nicht mehr.
Dann begann sein Gesicht schief zu werden, sein Auge lief, er sabberte, manchmal torkelte er auch. Ok, er hatte einen Schlaganfall. Aber als er dann garnicht mehr fraß und trank, habe ich einen anderen Tierarzt aufgesucht.

Die schaute ihm kurz ins Maul und meinte, einschläfern wäre das einzige, das sie mir raten könne. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Wegen einer Entzündung im Maul?
Nein, sein Kiefer war weg. Einfach weg.

Natürlich wollte ich, dass er nicht weiter leiden muss. Er bekam seine Spritze. Und als sie begann zu wirken, fing er an zu schnurren, laut, intensiv und minutenlang. Das war sein Abschied an mich, denn er hatte nun keine Schmerzen mehr und fühlte sich seit langem wieder wohl.

Er wurde eingeäschert und steht nun in einer wunderschönen Urne auf meinem Regal. Leider mussten die beiden anderen begraben werden, da der Tierbestatter noch nicht existierte.

Ich vermisse meinen Püni sehr. Ich höre ihn immer noch schnarchen und lustlos im klo scharren. Niemand begrüßt mich mehr, wenn ich heim komme. Keine Haare auf den Sofas, keine Katzen im Bett, keine Streu verstreut, keine Katze, über die ich stolpere.
Aber auch niemand, der dafür sorgt, dass ich pünktlich zur Arbeit komme. Dass das Essen in den Napf kommt. Der mit mir schmust und mit mir redet.

Meine Süssen werden immer bei mir bleiben. Eine Neue kommt nicht mehr in Frage. nochmal will ich das nicht durch machen.

Gruß Dawn
 
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