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Wolfshybride

Dieses Thema im Forum "Hunderassen" wurde erstellt von Barracuda, 22 August 2004.

  1. Barracuda

    Barracuda Sehr aktives Mitglied

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    22 August 2004
    Beiträge:
    108
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    Hallo zusammen

    Ich möchte mich zum Kommentar von ImiakKhan resp. dessen Neiderin Mandy äussern.
    Mit Kopfschütteln habe ich Die Einwände von Mandy gelesen.
    Ich habe einen 1 jährigen Wolfs/Husky Mischling (=Hybride), denn ich seit seinem 2 Lebensmonat bei mir habe.
    Über die Frage, ob es sinnvoll ist, diese Tiere zu züchten, möchte ich mich nicht äussern. Ich würde niemals ein solches Tier "bestellen" und auf dessen Geburt warten. Ich habe Matuk als letzter seines Wurfes aus seinem Rudel bekommen.
    Ich habe auch langjährige Erfahrung in der Hundezucht und habe noch nie einen Hund gesehen, der einen solch guten Charakter aufweist wie mein Hybride.
    Natürlich braucht es etwas mehr Geduld und eine klare Linie in der Erziehung.
    Seine Mutter ist eine reine tschechische Wölfin und hat Ihm das Rudelverhalten und deren Gesetze 1:1 weitervererbt.
    Nun ist es natürlich wichtig, dass der Halter sich diesen Regeln anpasst, wie sich auch der Hund an gewisse mennschliche Regeln orientieren sollte.
    Klappt dies von beiden Seiten, ist der Wolf einer der besten und treusten Begleiter, den man sich vorstellen kann.
    Es ist halt nicht so, dass er bereits mit 8 Monaten durch eine Menschengasse gehen kann wie z.B. ein Schäferhund.
    Wie bereits geschrieben, braucht es viel Geduld in der Erziehung. Aber liebe Mandy, ich kann beim besten Willen nicht erkennen, was an meinem Tier gefährlich sein sollte. Sein Jagdtrieb findet man auch bei anderen Hunden, wie z.B. beim ja so kleinen und schnuggeligen Jack Russell...
    Es ist der Mensch, der seinem Hund gewissen Regeln beibringen soll, wie der Mensch auch gewisse Regeln des Hundes respektieren soll.
    Also, ImiakKhan, freue Dich über Deinen neuen Lebensgefährte. Du brauchst zwar eine konsequente Hand, wirst aber für eine längere Zeit einen supertreuen Begleiter haben! Ich wünsche Dir viel Erfolg. Bei Fragen stehe ich Dir jederzeit "elektronisch" zur Verfügung.
     
  2. Devil2000

    Devil2000 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30 August 2004
    Beiträge:
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    Nähe Linz
    Hey,

    da stimme ich dir voll zu. Wenn ein Hybride zu einem Menschen mit "Hundeverstand" kommt, dann ist es für beide Seiten eine ungeheure Bereicherung. Unsere Hunde stammen nun einmal vom Wolf ab und hätte der Mensch nicht durch seine teilweise irre Selektierung so weit hereingepfuscht, wären unsere Hunde noch heute wolfsähnlich. So ist durch die stete Selektion das Wichtigste eines Hundes, das Sozialverhalten, oft auf der Strecke geblieben. Ein Mensch, der sich auskennt und die Regeln akzeptiert, hat in einem Hybriden einen Superpartner.

    Trotzdem bin ich auch der Ansicht, dass man solche Zuchten nicht unbedingt unterstützen sollte. Auch hier ist die Gefahr zu groß, dass diese Tiere in die falschen Hände kommen. Zieht man diesen Gedanken jedoch konsequent durch, dürfte man überhaupt keine Hunde mehr züchten, die höher als 30 cm sind und selbst die können leicht zur Gefahr werden. :ironie: Vielleicht sollte man versuchen, die Menschen zu ändern - nicht die Tiere

    L G

    Devil

    p.s. ich weiß, wovon ich rede - mich hatte ein Wolf, 12 Jahre lang, dann ist er an Herzversagen gestorben.
     
  3. Aisha

    Aisha Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22 Juni 2004
    Beiträge:
    341
    Wow, erzähl davon Devil, büüüütte.


    Kann dem zuvorgesagten nur beipflichten.

    In kompetenten Händen hat so ein Tier bessere Chancen, ein verträglicher Zeitgenosse zu werden, als ein hochgezüchtetes Tier am falschen Platz.

    Wie sonst lassen sich die immer häufiger und schwerwiegenderen Beißattacken
    erklären?


    Liebe Grüße Aisha
     
  4. Devil2000

    Devil2000 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30 August 2004
    Beiträge:
    37
    Ort:
    Nähe Linz
    Hey,

    erzähl davon, sagst Du, na gut. Es tut mir heute noch weh, dass er gestorben ist, er war einzigartig. Mein Vater (ebenfalls Tierdoc) betreute damals einen Zoo, eines der Wolfswelpen wurde von der Mutter nicht angenommen. Also kam "Wolf" (damals hatten wir nicht die Phantasie für einen vernünftigen Namen) zu uns. Ich päppelte ihn auf, erzog ihn wie einen Hund, langsam und gemächlich mit viel Liebe. Ich kannte damals schon die duften Trainer bei denen ich auch heute wieder bin (die Welt ist klein, denn damals lebten wir in den USA), die mir sehr geholfen haben. So wurde Wolf dann langsam groß, sollte irgendwann zurück in sein Rudel. Das Dumme war, er wollte einfach nicht mehr. Er gliederte sich nicht mehr ein, sein Bezug zu uns Menschen war zu groß geworden. Den Fehler hatten meine Eltern und ich gemacht, das gebe ich gerne zu. Dankenswerterweise bekamen wir die Genehmigung zum Halten eines Wolfes. Er war unser ständiger Begleiter, kam sogar zu den Visiten meines Vaters mit. Er war ungeheuer wachsam und schlau. In mancher Hinsicht anders als Hunde, natürlicher. Nie gab es irgendeinen Vorfall. Der Witz war, dass niemand glaubte, dass Wolf auch ein solcher war. Dank des dämlichen Namens hielten ihn alle für einen Hund und uns für überkandilte Spinner. Gut war's.

    Naja, und im Alter von 12 Jahren ist er im vorletzten Jahr leider von uns gegangen. Wir konnten nichts mehr für ihn tun. Mein Vater hat deshalb in demselben Jahr seinen Job an den Nagel gehängt und ist seither Pensionist. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

    So, das war Wolf.

    L G

    Devil
     
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  5. Aisha

    Aisha Sehr aktives Mitglied

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    Beiträge:
    341
    Ich kann dich gut verstehen Devil, der Verlust eines Tieres ist immer traurig.
    Dein "Wolf" war wohl ein ganz besonderer, so wie du ihn beschreibst. Da schmerzt es dann noch viel mehr. Aber ich glaube fest daran, daß diese Welt hier nur ein Teil unseres Leben ist.

    Du selbst bist auch viel herumgekommen, erzähl bitte mehr von den Trainern, was hast du von ihnen lernen können? Was ist anders gegenüber den hier angewandten Methoden?


    Deinen Vater muß der Tod von Wolf bis in sein Innerstes erschüttert haben.
    Leider hat auch die Medizin ihre Grenzen.


    Liebe Grüße Aisha
     
  6. Devil2000

    Devil2000 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Hallo,

    in den USA sieht die gesamte Einstellung zu Hunden etwas anders aus als hier. Entweder werden die Hunde zur tatsächlichen Rancharbeit benötigt (Rinder, Schafe usw. treiben, bewachen) oder aber sie sind "Hobbyhunde", die entweder (wie hier) einfach da sind, da werden sie aber dann überall hin mitgenommen oder sie gehen im Sport. Es ist also für alle äußerst wichtig, einen Hund von Beginn an vernünftig zu trainieren. Vernünftig heißt aber auch, dass in den meisten Trainings-kennels ausschließlich sanfte Methoden zum Einsatz kommen. In den USA gilt: ein Trainer der Hilfsmittel benötigt, ist kein Trainer. So entstanden auch die Kennels, das sind große Hundeschulen mit professionellen Trainern. Die Ausbildung der Trainer ist geregelt. Nur ausgebildete Trainer mit Diplom dürfen einen solchen Kennel leiten. Da liegt der Hauptunterschied. Man geht auch nicht jahrelang dort hin, sondern nimmt Einzelunterricht (oder höchstens Gruppenunterricht mit nicht mehr als 4 Teilnehmern - alles andere gilt als unseriös) und trainert individuell solange, bis das gesetzte Ziel erreicht ist. Bsp: Obedience - Grunderziehung dauert ca. 4-6 Wochen bei 1 bis 2 Trainingseinheiten pro Woche. Danach ist es fertig. Man setzt sich ein neues Ziel, z. B. Obedience - Fortgeschrittene. Je nach Mensch und Hund wieder 4-8 Wochen Training, fertig. Ich bin immer ganz erschüttert, wenn ich höre oder lese, dass Leute 2 oder mehr Jahre eine Hundeschule besuchen -das ist doch für Mensch und Hund totlangweilig. Nun ja, und meine Trainer von damals leben lustigerweise jetzt auch in Österreich und unterhalten dort den 1. US-Trainingskennel in Europa. Gilt als Geheimtipp. Wenn Du mehr wissen willst, schick mir eine PN - dann gebe ich Dir mal den Link - da steht alles drin, wie es in USA auch ist.

    In Spanien ist es ähnlich wie hier, aber auch dort gehen die Leute nicht jahrelang zur Hundeschule. Da werden in der Regel vereinzelte Hunde in Schulen ausgebildet zu Wach- oder Schutzhunden und kommen fix und fertig (das kann man getrost wörtlich nehmen) zu ihren Besitzern zurück. Die Spanier haben eine ganz andere Einstellung zu ihren Hunden - die werden benutzt oder weggeworfen. Aber in einem Land, in dem Stierkämpfe gefeiert werden, kann man wohl nicht mehr erwarten...

    So, das reicht aber jetzt für ein Forum.

    Bis später

    Devil
     
  7. Aisha

    Aisha Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22 Juni 2004
    Beiträge:
    341
    Das klingt ja toll, bin schon sehr gespannt, PN hab ich gestern gleich rausgeschickt.

    Die Spanier sind ein eigenes Volk. Die Stierkämpfe an sich sind schon ein Kapitel für sich, das zu diskutieren mengenweise Seiten füllen würde.

    Traurig nur, daß sie den besten Freund des Menschen genauso herzlos als Sache betrachten.

    Liebe Grüße Aisha
     

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